»Noch nie zuvor hat Jean-Philippe Toussaint, das uneheliche Kind von Samuel Beckett und John le Carré, die (geheimen) Regeln des Spionageromans so konsequent und so gekonnt angewandt. Spannung garantiert.« Jérôme Garcin, Le Nouvel Obs
Wie fühlt man sich, wenn man bei der Europäischen Kommission in einer Zukunftsforschungsabteilung arbeitet, die sich mit Fragen der Cybersicherheit befasst, und von Lobbyisten angesprochen wird? Was passiert, wenn man auf einem USB-Stick Dokumente entdeckt, die den Verdacht auf eine betrügerische »Backdoor« aufkommen lassen? Und mehr noch: Was ist, wenn sich der Verdacht erhärtet, dass es in Brüssel ein kriminelles Netzwerk zum Vorteil Chinas gibt?
Nach »Der USB-Stick« und »Die Gefühle« legt Jean-Philippe Toussaint einen ebenso atemberaubenden wie abenteuerlichen Roman um den EU-Beamten Jean Detrez vor, der in einen Strudel von Ereignissen gerät und beschließt, seinen Alltag auf den Kopf zu stellen. Gekonnt verbindet Toussaint dabei geopolitisches Versteckspiel mit der Introspektion über den Tod des Vaters. Getragen von faszinierenden Figuren, Geheimnissen und Täuschungen, steht »Die Bedrohung« Spionageromanen in der Tradition eines John le Carré in nichts nach. Toussaint erzählt mit feinem Humor von den undurchsichtigen, grauen Hinterzimmern der europäischen Institutionen, von deren Paranoia und ihren menschlichen Schwächen. Wie Toussaint die Regeln des Genres hierbei unterläuft und mit den Erwartungen der Leserschaft spielt, ist ebenso reizvoll wie sein unverkennbarer, präziser, schnörkellos eleganter Stil.
»Jean-Philippe Toussaint hat eine ganz besondere Art, Ereignisse zu schildern, als wäre er ein Außerirdischer, der gerade erst auf der Erde gelandet ist und die Menschen zum ersten Mal mit einem misstrauischen Blick beobachtet. […] Hinter diesen Geschichten über Korruption und Bitcoin verbirgt sich in Wahrheit eine schöne Geschichte über Liebe und Trauer.« Alix Van Pée, France Inter