Der Sohn und das Schneeflöckchen

Der Sohn und das Schneeflöckchen

Berbo holt den Bosnienkrieg herzzermalmend nah heran, was für ein sensationelles Debüt!
Maxima, Claudia Hubmann
  • 448 Seiten
  • 331
  • Hardcover
  • Debütromane in der FVA
  • 2025
  • 04.09.2025
  • Sprache des Textes: Deutsch

Hardcover

ISBN 978-3-627-00331-9

26,00 *

lieferbar

auch erhältlich als:

EPUB
ISBN: 978-3-627-02341-6
19,99 *

Vernesa Berbo erzählt mit eindringlicher Kraft und atemberaubendem Tempo vom Schicksal zweier Schwestern während der Belagerung Sarajevos.

»An dem Tag, an dem Dada verschwand, habe ich alles verloren. Alles, was ihr zugestoßen ist, geschah, weil sie vor mir fliehen musste. Um verstehen zu können, was sich damals zwischen uns in den Ruinen abgespielt hat, muss ich zum Anfang gehen. Ich muss mich an Dinge erinnern, die ich vergessen will, aber bis jetzt noch nicht geschafft habe, zu vergessen. Ich muss zurück, zurück zum Krieg und noch weiter. Lange zurück, bevor die Einsamkeit da war, zu dem Moment, in dem wir glaubten, dass uns nichts je trennen könnte.«

Dijana ist Schwester, Tochter und Soldatin. Auf die Frage, warum sie »Sohn« genannt wird, lächelt ihr Vater nur geheimnisvoll, als wüsste er etwas über sie, das früher oder später alle sehen würden. Dijana ist selbstbewusst und leidenschaftlich, vor allem aber ist sie die Beschützerin von Dada, ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester. Die sensible und aufgeweckte Dada kam 1976 bei Eiseskälte zur Welt, wie eine Schneeflocke, die im letzten Moment in den Raum schwebt, bevor man das Fenster zuschlägt. Mit Beginn der Belagerung Sarajevos im Jahr 1992 wird Dijana klar: Es ist an ihr, ihre Schwester, das »Schneeflöckchen«, lebend durch den Krieg zu bringen. Schon bald landet Dijana mit ihrem Vater an der ersten Frontlinie, und während Dijana dem Krieg mit Härte begegnet, klammert sich Dada an Mirza, ihre erste große Liebe – bis fatale Ereignisse den Schwestern alles zu nehmen drohen.

So zärtlich, dennoch kompromisslos und zugleich voller erzählerischer Kraft ist selten über den Krieg und die Liebe entgegen allen Widrigkeiten geschrieben worden. Vernesa Berbo ist selbst Überlebende der Belagerung Sarajevos und stößt uns mitten hinein in jene Realität des Krieges, die noch immer zu wenig Beachtung findet: das Schicksal der Frauen, ihre tiefe seelische Verwundung, aber auch ihre große innere Stärke. Ein mitreißender Roman von atemloser Spannung.

Vernesa Berbo © Kimi Palme
Vernesa Berbo
Vernesa Berbo wurde in Priboj, Jugoslawien, geboren. Sie studierte Schauspiel an der Staatlichen Akademie für Schauspielkünste in Sarajevo. Sie kam 1993 als Kriegsflüchtling nach Berlin. Seit 1994 arbeitet sie als Schauspielerin, Musikerin und Autorin an den diversen Theatern in Berlin, unter anderem am Maxim-Gorki-Theater, Berliner Ensemble und Deutsches Theater. »Der Sohn und das Schneeflöckchen« ist ihr erster Roman. Vernesa Berbo lebt in Berlin.

Stimmen zum Buch


Pressestimmen


Ein Roman gegen den Krieg und für die Liebe. Ein großes Glück.
Saša Stanišić
Berbos Prosa ist ungemein dicht, temporeich und packend. Egal ob es um eine Straße unter Scharfschützenbeschuss geht, die waghalsige Gefangennahme eines feindlichen Soldaten oder um eine Nacht im Keller, in den sich ein Sterbender rettet – Berbo schildert alles mit einer beinahe filmischen Eindringlichkeit.
Der Tagesspiegel, Nadine Lange
Im Krieg, wenn keinerlei Ethos mehr Gültigkeit hat, lässt sich genau studieren, wie das Destruktive vonstattengeht. Dieser Roman ist Anrufung des Lebens und bitterer Gesang zugleich.
FAZ, Marica Bodrožić
Berbo holt den Bosnienkrieg herzzermalmend nah heran, was für ein sensationelles Debüt!
Maxima, Claudia Hubmann
Ein beeindruckendes Romandebüt, voller Tempo und erzählerischer Kraft, mit schwarzem Humor, poetischer Ader und Wortspielen.
Berliner Morgenpost, Uwe Sauerwein
Vernesa Berbo schreibt mitreißend über den Alltag im kriegsgebeutelten Sarajevo. Sie verschont den Leser nicht mit schwierigen Momenten, doch diese sind oft sehr humorvoll.
Deutsche Welle, Begzada Kilian
Ein eindringliches Romandebüt! Berbo, die selbst nach Berlin floh, holt die Schrecken des Bosnienkriegs nah ran und lässt mit unerwartet feinem Humor die Solidarität, den Kampfgeist und die Warmherzigkeit der Menschen spüren, die sich dem Irrsinn entgegenstellen. Sehr bewegend!
emotion, Petra Schulte
›Der Sohn und das Schneeflöckchen‹ überzeugt mit eindringlicher Sprache und großem Gespür für ihre Figuren. Berbo findet Worte für das Unerklärliche: das Grauen des Krieges, die Angst, die zum Alltag wird, den Ekel, die beißende Kälte und die lähmende Langeweile, des schier endlosen Wartens. Vor allem aber erzählt sie die Geschichte der Frauen, von Verwundung und Stärke, von Verlust und Sehnsucht. Zwei Schwestern, die nicht aufgeben und die noch lange in Erinnerung bleiben werden. Ein faszinierender und eindringlicher Roman, bewegend und unbedingt lesenswert.
Buchkultur, Teresa Preis
Ein verstörend schönes Buch!
IN MAGAZIN, Andrew Wöhr
Sehr beeindruckend, da der Roman Geschichte gut erklärt, das aber auch emotional sehr gut funktioniert, weil man mit diesen beiden Schwestern, die sehr unterschiedlich sind, total eng ist […] Man merkt gar nicht, dass das ein Debütroman ist, Vernesa Berbo hat jederzeit die Fäden souverän in der Hand, es ist nicht zu komplex und verkopft, sondern hat eine tolle Soghaftigkeit, dass man da fast durchrauscht und sich die ganze Zeit denkt: Wusste ich gar nicht, auch wenn man sich schon damit [Belagerung] beschäftigt hat. Ich bin sehr froh, dass es dieses Buch gibt!
blauschwarzberlin der Literaturpodcast, Maria Piwowarski
Die Autorin kam 1993 als Kriegsflüchtling aus Sarajevo nach Berlin und legt in ihrem Debüt einen authentischen, beklemmenden Anti-Kriegsroman vor. Darin berichtet sie von den Gräueltaten während des Bosnienkrieges und der Auswirkung von Krieg auf Frauen. Beeindruckend.
ekz. Bibliotheksservice, Ursula Friebel
Der Roman ist voller Brutalität und Verzweiflung, ohne lässt sich die Belagerungszeit nicht schildern. Doch darin, wie die Figuren diesen Geschehnissen trotzen, liegt die Kraft der Geschichte, die zum einfühlsamen Porträt von Figuren wird, deren Leben anders hätte verlaufen können.
https://www.choices.de/vernesa-berbo-der-sohn-und-das-schneefloeckchen
Ein starkes, intensives Buch über Geschwisterliebe und Verlust, das aufwühlt, aber gleichzeitig tröstet. Vernesa Berbo schreibt nicht mit Pathos, sondern mit Gefühl: ehrlich, klar und wunderschön. Bitte unbedingt lesen!
@sedef.liest.queerbeet
Klug beginnt und endet Berbo ihren Roman im Jahr 2022, in Berlin, gibt einen Rahmen, der wie unter einem Brennglas die Vergangenheit fokussiert, bietet eine gewisse Distanz in der Erzählung, die die Erinnerung intensiviert, wirft den Blick auf Episoden, die überblenden. Berbo erzählt trotz aller Deutlichkeit mit großer Zärtlichkeit, in der Finsternis bricht das Licht der Liebe einen kleinen Hoffnungsschimmer. Ein beeindruckendes Plädoyer gegen den Krieg und für die Menschlichkeit.
@ankeschmeier
In ihrem Roman ›Der Sohn und das Schneeflöckchen‹ zeigt Vernesa Berbo eindrücklich die Realität der Zivilbevölkerung in einer umkämpften Stadt und das auch noch Jahrzehnte später verbleibende Trauma. Sie richtet ihren Fokus besonders auf die Frauen, die versuchen, den Alltag mit ihren Kindern weiterzuführen, jedoch ständig von Gewalt bedroht sind. Diese berührende Geschichte bleibt im Gedächtnis. Ich empfehle sie all jenen, die sich mit dem Krieg und dessen Folgen auseinandersetzen möchten.
www.buchsichten.de
Der Roman hat mich dazu angeregt mich mit dem Bosnien-Krieg und der Belagerung Sarajevos zu beschäftigen, denn zu meiner Schulzeit wurde dieses Stück Geschichte nie thematisiert.
@erlesenundgenaeht

Buchhandelsstimmen


Was Krieg für das eigene Leben bedeuten kann und wie gewalttätig er in den Alltag und die intimsten Beziehungen eindringt, aber auch, wie widerständig Solidarität und Lebenswille sein können, das wird hier erfahrbar. Vernesa Berbos Debütroman ist ein Aufschrei gegen den Wahnsinn des Krieges und hilft, zu verstehen, wie unfassbar grausam die Auswirkungen sind. Ein beeindruckendes Buch.
Klaus Werner, Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung Flensburg
Ein poetischer Roman über zwei Schwestern im belagerten Sarajevo, der sowohl zeitlich nach vorne als auch nach hinten entwickelt wird. Die Sprache ist wunderschön und die Geschichte erzählt uns den Schrecken des Krieges und seinen Einfluss auf die Betroffenen. Sehr empfehlenswert.
Christopher Bahn, Orell Füssli Zürich Bellevue
Großartig finde ich außerdem ›Der Sohn und das Schneeflöckchen‹. Es ist der Roman einer bosnischstämmigen Berliner Schauspielerin und Sängerin, Vernesa Berbo. Sie erzählt von zwei Schwestern im belagerten Sarajevo 1992 und 93, deren Beziehung beinahe durch die Situation in der Stadt zerbricht – quasi ohne Strom, ohne Heizung, Wasser, bedroht von Scharfschützen. Das erinnert einen heute in einigen Punkten unweigerlich an Gaza. Die Autorin erzählt so mitreißend und sogar mit Witz, dass man auch die gewaltvollen Stellen erträgt.
Steffi Diez, Buchhandlung Die Insel

Veranstaltungen

Meldungen zu »Der Sohn und das Schneeflöckchen«

24.11.2025

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»30 Jahre später habe ich gemerkt: Ich wurde gejagt! Ein sehr emotionales Thema für mich.«

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28.04.2025

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Mit Titeln von Vernesa Berbo, Sophia Klink, Sandra Weihs, Bianca Nawrath, Adèle van Reeth und neu: FVA-Pockets