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Tyrmands autobiographischer Roman hat Tempo, dem Sog seiner abenteuerlichen und an Wendungen reichen Geschichte gibt man sich immer begeisterter hin. Beeindruckend an ›Filip‹ ist vor allem, wie Tyrmand darin den Alltag in einer deutschen Großstadt während des Nationalsozialismus einfängt und beschreibt – aus dem Blickwinkel des Fremden, des Untergetauchten.
Alexander Jürgs, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
  • übersetzt von Peter Oliver Loew
  • 500 Seiten
  • 2021
  • Hardcover
  • ISBN 9783627002848

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Sommer 1943: Der dreiundzwanzigjährige Filip, knapp aus sowjetischer Gefangenschaft entkommen und mit falscher Identität nach Deutschland geflohen, taucht als französischer Fremdarbeiter in Frankfurt am Main unter. Frech und von sich eingenommen, verschafft er sich eine Anstellung als Kellner im renommierten Parkhotel, das als Luxusherberge für Nazi-Bonzen gilt – in der Absicht, den Krieg »im Auge des Orkans« zu überleben.


Filip ist ein temporeicher Schelmen- und Hotelroman über einen ›jüdischen Felix Krull‹, der leichthändig und aus einer wenig bekannten Perspektive ein lebendiges Stimmungsbild einer deutschen Großstadt während des Kriegs entwirft. Dieser fabelhafte wie wichtige autobiographische Roman des rebellischen polnischen Bestsellerautors, der nun erstmals auf Deutsch vorliegt, lädt dazu ein, einen weltoffenen europäischen Erzähler zu entdecken.


©Polnisches Institut Düsseldorf

Leopold Tyrmand © 1958 by Wojciech Plewinski
Leopold Tyrmand

Leopold Tyrmand, geb. 1920 in Warschau, gest. 1985 in Fort Myres, Florida, wuchs in einer assimilierten jüdischen Familie auf. Nach einem einjährigen Architekturstudium in Paris arbeitete er als Feuilletonist und Sportreporter in Warschau. 1939 floh er nach Wilna, wo er sich dem Widerstand anschloss. Zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, gelang ihm die Flucht. Mit gefälschten Papieren meldete er sich 1942 freiwillig zum »Arbeitseinsatz im Reich«. Zunächst als Dolmetscher für Eisenbahnertrupps im Rhein-Main-Gebiet eingesetzt, fand er 1943 Anstellung als Kellner im exklusiven Parkhotel am Wiesenhüttenplatz in Frankfurt/Main. Bei Kriegsende in Skandinavien interniert, kehrte er 1946 nach Warschau zurück, wo er wieder als Journalist arbeitete und den ersten Jazz-Club Polens gründete. Wegen Kritik am sowjetischen Regime verlor er seinen Redakteursposten, ab 1965 wurde er, inzwischen erfolgreicher Autor von u. a. »Tagebuch 1954« und »Der Böse«, nicht mehr verlegt. Er ging nach Amerika, wo er 1985 verstarb.


Peter Oliver Loew

Peter Oliver Loew übersetzt seit fast dreißig Jahren aus dem Polnischen, darunter mehr als zwanzig wissenschaftliche Monographien, Sachbücher und autobiographische Texte. Im Hauptberuf ist er Historiker und seit 2019 Direktor des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt.

Stimmen zum Buch


Pressestimmen


Er war polnischer Jude, und aus irgendeinem Grund hielt er es für eine gute Idee, während des Holocausts in Deutschland unterzutauchen – getarnt als französischer Kellner. Ein unglaubliches Buch!
Andrew Ranicki über »Filip«, Jüdische Allgemeine
Sein Leben liest sich selbst wie ein Roman: Niemand hat das Polen der Nachkriegszeit so scharfsichtig und actionreich in Literatur verwandelt wie Leopold Tyrmand. In Deutschland kennt ihn kaum noch jemand. Doch seine Bücher verlangen nach Wieder- entdeckung.« »›Filip‹ enthält farbige Schilderungen der Kneipenszene, des Lebens am Mainufer, des Betriebs im Park‐Hotel am Wiesenhüttenplatz, aber auch Reflexionen über jene Deut- schen, die das Hakenkreuz am Revers trugen.
Gerhard Gnauck, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Leopold Tyrmands Roman ›Filip‹ ist sechzig Jahre nach seinem Entstehen eine großartige Überraschung und bereichernde Entdeckung. Dieser Filip wird als autofiktionaler Zeitzeuge der Kriegsjahre in Nazi-Deutschland in bester Erinnerung bleiben.
Eberhard Falcke, Deutschlandfunk »Büchermarkt«
Es ist eine literarische Trouvaille. Die präzise Zeichnung der Banalität des Bösen macht den Reiz des Romans aus. Die Frage, wie sich jemand verhält in Zeiten existenzieller Herausforderung, ob er aufrecht bleibt oder sich beugt, macht ›Filip‹ in der Gegenwart aktuell und lesenswert.
Claus-Jürgen Göpfert, Frankfurter Rundschau
Eine wunderbare Wiederentdeckung: Leopold Tyrmands Roman beschreibt Frankfurt im Jahr 1943 aus der Perspektive eines jüdischen Schelmen.
Christoph Schröder, journal Frankfurt
Als der Verleger Joachim Unseld 2019 von diesem wunderlichen Buch erfuhr, bemühte er sich schnell um die Rechte. Warum es aber mehr als sechs Jahrzehnte dauerte, bis das Werk nach Deutschland fand, ist kaum erklärlich: Der Blick eines Außenseiters zeigt den großstädtischen Alltag im Zweiten Weltkrieg auf bisher kaum gekannte Weise.
Martin Baumstieger, Süddeutsche Zeitung
Tyrmands autobiographischer Roman hat Tempo, dem Sog seiner abenteuerlichen und an Wendungen reichen Geschichte gibt man sich immer begeisterter hin. Beeindruckend an ›Filip‹ ist vor allem, wie Tyrmand darin den Alltag in einer deutschen Großstadt während des Nationalsozialismus einfängt und beschreibt – aus dem Blickwinkel des Fremden, des Untergetauchten.
Alexander Jürgs, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Buchhandelsstimmen


Leopold Tyrmands Hotelroman ›Filip‹ ist eine großartige Entdeckung! 
Der Roman erzählt vom Alltag in einer deutschen Großstadt, in diesem Fall Frankfurt, während des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht eines mehrfach gefährdeten jungen Mannes (Jude und Pole), der seinen privaten Kleinkrieg gegen die Nazis führt und mit viel Witz und Chuzpe versucht, das Beste aus seiner Situation zu machen.
Sein Ich-Erzähler Filip ist ein (notgedrungen) mit allen Wassern gewaschener junger Mann Anfang zwanzig, der so wunderbar rotzfrech, gelassen, nachdenklich, witzig und zutiefst menschlich erzählt, dass es eine Freude ist, diesen modernen Klassiker endlich auf Deutsch lesen zu können!
Oliver Fründt, Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt