Wieder einmal erweist sich Bugadze als solider Dramatiker und Meister des Humors.
Mirko Schwanitz, Bayern 2
  • übersetzt von Rachel Gratzfeld
  • übersetzt von Sybilla Heinze
  • schön gebunden
  • farbiges Vorsatzpapier
  • 480 Seiten
  • Hardcover
  • 2018
  • ISBN 9783627002558

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Es ist die Zeit nach dem verheerenden Bürgerkrieg, mit Mangelwirtschaft, Korruption und Gemauschel. Die junge Generation hat genug von den alten Seilschaften. So auch der Protagonist, ein junger Schriftsteller, der soeben eine satirische Erzählung über die legendäre Königin Tamar aus dem 13. Jahrhundert veröffentlicht hat. Im Zentrum seines Textes steht Tamars unglückliche Heirat mit dem Russen Juri Bogoljubski. Nachdem dieser in der Hochzeitsnacht seine eheliche Pflicht nicht erfüllt, lässt sich Königin Tamar mit dem Segen der Kirche von ihm scheiden. Der »erste Russe« in Georgiens Geschichte wird aus dem Land geworfen. Die Botschaft der Erzählung wird gründlich missverstanden. Der Patriarch, das Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche, verlangt einen öffentlichen Widerruf von ihm und als sogar seine Familie und Freunde bedroht werden, steht der Autor vor einer schwierigen Entscheidung.
Offenherzig und humorvoll verarbeitet Lasha Bugadze in »Der erste Russe« ein eigenes traumatisches Erlebnis als Schriftsteller und wirft einen Blick hinter die Kulissen der Politik und deren tief greifende Verbandelung mit der Kirche. Die Zeitgeschichte, die er dabei präsentiert, reicht vom letzten Aufbäumen der Sowjetmacht über den Unabhängigkeitskampf, die Saakaschwili-Ära bis hin zum Augustkrieg 2008. »Der erste Russe« ist ein intelligentes und unterhaltsames Lehrstück zu religiösem Fundamentalismus, reaktionärem Nationalismus, Medienmacht und Meinungsfreiheit.

Lasha Bugadze © Laura J Gerlach
Lasha Bugadze
Lasha Bugadze, geboren 1977, zählt zu den wichtigsten Autoren Georgiens. Seine Romane und Theaterstücke wurden in viele Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Er lebt in Tbilissi und ist dort bekannt für seine Literatursendungen in Radio und Fernsehen. In der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen seine Romane »Der Literaturexpress« (2015) und »LUCRECIA515« (2017), beide in der Übersetzung von Nino Haratischwili.

Rachel Gratzfeld

Rachel Gratzfeld ist freie Lektorin und Übersetzerin in Tbilissi. Sie übersetzte u. a. Werke von Davit Gabunia, Tatia Nadareischwili und Dawit Kldiaschwili.


Sybilla Heinze

Sybilla Heinze übersetzte u. a. Werke von Rati Amaglobeli, Beka Adamaschwili und Anna Kordsaia-Samadaschwili. 2017 wurde Sybilla Heinze mit dem SABA-Preis 2017 für die beste Übersetzung ausgezeichnet.

Stimmen zum Buch


Pressestimmen


Lasha Bugadze gelingt es, georgische Zeitgeschichte und Fiktion geschickt miteinander zu verknüpfen.
Andrea Lieblang, WDR5
Ich erinnere mich an keinen anderen Autor, der jüngste dokumentarische Vergangenheit und Belletristik in eine solche Synthese gebracht hätte.
Dato Turaschwili, Autor
Gerade die [besondere] Form - die Gratwanderung zwischen Fiktion und Faktischem - ermöglicht es dem Autor, einen gar nicht so einfachen literarischen Anspruch einzulösen: die Kamele der postsowjetischen georgischen Geschichtskarawane durch das Nadelöhr der persönlichen Erlebnisse eines zwischen Erkenntnisdurst und narzisstischer Selbstgefälligkeit schwankenden Protagonisten zu führen und mit literarischen Kunstgriffen eine gelungene Schilderung der postsowjetischen georgischen Gesellschaft zu geben.
Saal Andronikaschwili, Literaturwissenschaftler
In jeder Hinsicht liefert Lasha Bugadze in ›Der erste Russe‹ eine anregende und unterhaltsame Einführung in Geschichte und Mentalität des Gastlandes der diesjährigen Buchmesse.
Hadwiga Fertsch-Röver, hr2-kultur