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Es wird wieder Tag

Wie meisterhaft Minka Pradelski über dieses Kapitel der Geschichte schreibt, ist große Kunst auf dünnem Eis. Sie kann das, und sie darf das! Ein ganz wunderbares Buch, ich bin mehr als begeistert.
Iris Berben
  • 384 Seiten
  • Hardcover
  • 2020
  • ISBN 9783627002770

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ISBN 9783627022877

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Deutschland nach 1945: Klara und Leon haben überlebt – mit der Geburt ihres Sohnes Bärel wollen sie die Erinnerungen an Lager, Flucht und Verfolgung hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen. Doch eine erschütternde Begegnung zwingt Klara, die dunklen Kapitel erneut aufzuschlagen.

Eisblumen am Fenster sind der einzige Schmuck bei der Trauung von Klara und Leon Bromberger im Januar 1946. Eine Feier ohne Familie, Klara und Leon sind die einzigen Überlebenden, nur eine goldene Armbanduhr ist als Andenken geblieben. Mit der Geburt ihres Sohnes Bärel – er ist das erste jüdische Kind seit Kriegsende, das in Frankfurt in einem katholischen Krankenhaus geboren wird – soll die Zeit endlich vorwärtslaufen. Doch dann, bei einem Spaziergang im Park, trifft es Klara wie ein Schlag: In einer kleinen, sichtlich schwangeren Frau erkennt sie Liliput, ihre ehemalige Oberaufseherin im KZ. Klara steht unter Schock, hört auf zu sprechen und Bärel zu versorgen. Ihr Mann ist verzweifelt, er sieht nur einen Ausweg: »Schreibe, Klara, schreibe. Bann das Böse auf Papier! Fessele es mit deinen Worten!« Und Klara wagt den Blick in den Abgrund, zurück ins Leben. Sie schreibt: über das elegante Schuhgeschäft ihres Vaters, die hübsche Pescha, das Ghetto Zamość und den hastigen Abschied von ihren Eltern, die Flucht, die seltsam blitzenden Augen der alten Piasecki, die verführerisch schöne Hanka und ihre Arbeit im Kasino in Radom, der Höhle des Löwen, über das Lager und Marthas glockenhelles, unvergessliches Ave-Maria – und über die zierliche, eiskalte Oberaufseherin mit der Kinderstimme, die sie Liliput nannten.
In »Es wird wieder Tag« erzählt Minka Pradelski die zutiefst tragische und berührende Geschichte von Klara, verbindet sie mit Bärels ebenso allwissendem wie frechem Säuglingsblick auf die Welt und dem rauen, zupackenden Temperament Leon Brombergers zu einem bewegenden Panorama. Kenntnisreich und mit viel Feingefühl leuchtet Pradelski die Zwischenwelt aus, in der sich ihre Figuren in der Nachkriegszeit befinden: Dem Tod genauso nah wie dem Leben, ringen sie um eine Zukunft.

»Wie meisterhaft Minka Pradelski über dieses Kapitel der Geschichte schreibt, ist große Kunst auf dünnem Eis. Sie kann das, und sie darf das! Ein ganz wunderbares Buch, ich bin mehr als begeistert.« Iris Berben

Minka Pradelski © Joachim Unseld
Minka Pradelski

Minka Pradelski, 1947 als Tochter Überlebender im DP-Camp Zeilsheim geboren, studierte Soziologie in Frankfurt am Main und arbeitete danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Clemens de Boor im Sigmund-Freud-Institut an dem Projekt »Nachwirkungen massiver Traumatisierungen bei jüdischen Überlebenden der NS-Zeit«. Darüber hinaus war sie viele Jahre ehrenamtlich für die USC Shoah Foundation tätig. Sie lebt in Frankfurt am Main. Nach ihrem erfolgreichen Roman »Und da kam Frau Kugelmann« folgt mit »Es wird wieder Tag« ein wichtiges Buch über ein Kapitel deutscher Geschichte, dessen Zeitzeugen schwinden.

Stimmen zum Buch


Pressestimmen


Das Schicksal von Klara, ihrem Mann Leon Bromberger und dem gemeinsamen Sohn Bärel hat Pradelski kunstvoll verwoben, hat es aus verschiedenen Perspektiven erzählt [...]. [Der Leser] bedauert nur, dass dieses Buch schon nach 383 Seiten zu Ende ist.
Peter Lückemeier, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Minka Pradelski ist ein eindringlicher Roman gelungen, in dem sie auch die bisher eher wenig thematisierte, besondere Bedrängnis der polnischen Juden in ihrer vom Katholizismus dominierten und von den Nazis besetzten Heimat beschreibt.
Andrea Lieblang, WDR 5
Minka Pradelskis neu erschienener Roman ›Es wird wieder Tag‹ ist eine der ungewöhnlichsten Neuerscheinungen dieses literarischen Herbstes.
Dr. Rita Obermann, faust-kultur.de
Ein Buch, das an die Nieren geht. Und trotzdem fasziniert.
Sigrid Lüdke-Haertel, Strandgut
Das Buch ist ein kraftvoller Text, der grauenhafte Geschichte und tiefe Wunden, neue Liebe und die Nachkriegsjahre in Deutschland genial verwebt.
Astrid Joosten, Brigitte Woman
Pradelski schreibt aus drei Perspektiven, blickt in den Abgrund – und in die Zukunft.
Frankfurter Neue Presse
Ein Roman über Widerstand und Nähe in einer Welt, in der jeder Schritt in den Abgrund führen kann.
Sacha Verna, annabelle

Buchhandelsstimmen


Minka Pradelski packt den Leser von der ersten Seite - die nebenbei, sehr humoristisch beginnt und wie bei Kishon in einer Spirale immer höher getrieben wird - und lässt die Zügel bis zur letzten nicht mehr los.
Hakan Surat, Buchhandlung Konold in Heidenheim an der Brenz
Was für eine Lektüre! Wie feinfühlig die Autorin den Lebensweg einer traumatisierten KZ-Überlebenden beschreibt, ist beeindruckend. Ohne Effekthascherei dokumentiert sie sehr eindringlich ein grauenhaftes Kapitel deutscher Geschichte, das 1945 noch längst nicht beendet war – vor allem nicht für die überlebenden Opfer. Ein wertvolles, wichtiges Buch!
Anette Haas, Buchhandlung Glückstein in Haßfurt
Zutiefst tragisch und berührend: Minka Pradelski erzählt die [...] Geschichte des Zweiten Weltkriegs und über das Leben, vor allem das psychische Überleben, von jüdischen, traumatisierten Familien in der Zeit danach.
Maria Ippen, Buchhandlung Ulenhus in Papenburg
Es ist ein verdammt wichtiges Buch, und das gerade in einer Zeit des aufflackernden Antisemitismus. Wir müssen Autorinnen wie Minka Pradelski sehr, sehr dankbar sein, dass sie uns mit unserer Geschichte immer wieder konfrontieren.
Hans Elas, Dorfener Buchhandlung